Charlotte Periand
INFORMATION
Charlotte Perriand war eine der prägendsten Gestalterinnen des 20. Jahrhunderts – kompromisslos modern, weltoffen und sozial engagiert. Ihre Entwürfe für Möbel und Räume verbinden Funktionalität mit einem feinen Gespür für Material, Bewegung und Alltag. Oft im Schatten ihrer berühmten Kollegen wahrgenommen, steht ihr Werk heute für eine eigene, kraftvolle Moderne.
Charlotte Perriand (1903–1999) war Architektin, Designerin und eine Pionierin des modernen Wohnens. Schon früh suchte sie nach einer neuen, zeitgemäßen Formensprache – reduziert, funktional und offen für die Bedürfnisse des Alltags. 1927 stellte sie auf dem Pariser Salon d’Automne ihre „Bar unter dem Dach“ vor: ein radikaler Innenraum aus Aluminium, Glas und Chrom – kühl, klar, zukunftsgewandt.
Kurz darauf begann sie ihre Zusammenarbeit mit Le Corbusier und Pierre Jeanneret, an ikonischen Entwürfen wie dem LC4-Liegestuhl oder dem LC2-Sessel war sie maßgeblich beteiligt – auch wenn lange nur ihre Kollegen genannt wurden. Perriands Denken ging jedoch weit über das Einzelmöbel hinaus: Sie entwarf Wohnräume, Küchen, modulare Systeme, ganze Innenausstattungen – stets mit Blick auf Funktion, Bewegung und soziale Realität.
Ihr gestalterisches Denken war international geprägt: Sie arbeitete in Japan, Vietnam und Brasilien, integrierte Naturmaterialien, lokale Techniken und kulturelle Einflüsse in ihr Werk. Charlotte Perriand verstand Gestaltung als Beitrag zu einer besseren, gemeinschaftlichen Lebensweise – ihr Werk ist modern, weil es menschlich ist.