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Werner Ruhnau verstand Architektur als interdisziplinären Dialog zwischen Baukunst, bildender Kunst und Technik. Besonders bekannt wurde er durch das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, ein Gesamtkunstwerk, das er gemeinsam mit Künstlern wie Yves Klein, Jean Tinguely und Norbert Kricke realisierte.

Werner Ruhnau (1922–2015) war ein deutscher Architekt, der die Grenzen zwischen Architektur und bildender Kunst auflöste. Nach seinem Studium an verschiedenen Technischen Hochschulen gründete er 1956 ein eigenes Büro in Gelsenkirchen. Dort realisierte er das Musiktheater im Revier, das er als „Theaterbauhütte“ konzipierte – ein Ort, an dem Architekten, Ingenieure und Künstler gemeinsam arbeiteten und wohnten. Sein Werk umfasst neben Theaterbauten auch Projekte wie das Stadttheater Münster, das Grillo-Theater in Essen und das Großraumbüro der Firma Herta KG in Herten. Ruhnau lehrte an verschiedenen Universitäten, darunter in Québec, Montréal und Köln. Sein Ansatz, Architektur als Teil eines größeren kulturellen und sozialen Ganzen zu verstehen, machte ihn zu einem bedeutenden Vertreter der Nachkriegsmoderne in Deutschland.